Gemeinschaftsschule

Sieben (!) Gemeinderatsbeschlüssen in 4 Jahren, unzählige Sitzungen, Diskussionen, Gespräche,Briefe und Anträge zeigen, dass sich niemand – weder Gemeinderat noch Verwaltung – dieses Thema einfach macht.

 
Zur Historie:

  • 2011 wurde im Rahmen eines Schulentwicklungsprozesses, unter Teilnahme aller Schulleitungen und Eltern- & Schülervertretern, über die Zukunft der Wieslocher Schulen beraten. Hauptthemen waren die Einführung einer Ganztages-Grundschule und die Zukunft der beiden Werkrealschulen.
  • Im Schuljahr 2012/13 wurde jahrgangsübergreifend an beiden Wieslocher Werkrealschulen unterrichtet, 
  • 2013/14 kam es zur Zusammenlegung der beiden 5. Klassen wegen mangelnder Schülerzahlen. Der Hauptschulabschluss in Wiesloch stand damit zur Diskussion. Für die CDU war und ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler in Wiesloch die Möglichkeit haben, alle Schulabschlüsse machen zu können. Dass der Hauptschulabschluss eines Tages - wie heute angeboten - an der Realschule möglich ist, war damals nicht abzusehen. Die Befürchtung die Realschule bei einem Wegfall der Werkrealschulen/Hauptschulen zuschwächen, war für die Mehrheit der CDU Fraktion schon 2012 Hauptargument für eine Gemeinschaftsschule.
  • Mit Antragstellung zur Gemeinschaftsschule im Jahre 2013 hat die Stadt Wiesloch als Schulträger erklärt, dass die Voraussetzungen der räumlichen und sächlichen Ausstattung zur Gewährleistung alles Bildungsstandards, der Inklusion und des Ganztagesbetriebs vorliegen, bzw. diese zum erforderlichen Zeitpunkt geschaffen werden. Die Mehrheit der CDU Fraktion sah eine Gemeinschaftsschule am alten Standort nach Abwägung aller Vor- und Nachteile als keine Option an. 
  • Baubeschluss des Gemeinderats vom 1. Juni 2016
    Neubau einer 2-zügigen Gemeinschaftsschule mit Fachklassentrakt der Realschule am Schulzentrum.  (20 Jastimmen, 4 Neinstimmen, 2 Enthaltungen).
  • November 2017 Besuch der Schulbaukommission und Stellungnahme, dass am derzeitigen Standort (Gerbersruhstraßße) KEINE Gemeinschaftsschule möglich ist
  • Dezember 2017: Antrag FWV, WGF/AWL und FDP zum Stop der Ausschreibung für den Neubaus einer 2-zügigien Gemeinschaftsschule mit Fachklassentrakt für die Realschule.
    Mit diesem Antrag wurde sich in der Sitzung nicht befasst, weil für die Fraktionen der CDU, SPD und Grünen KEINE neue Sachlage vorlag.
    Nach 7 positiven Gemeinderatsbeschlüssen, einem Baubeschluss 2016 und der Stellungnahme der Schulbaukommission, ging es im Endeffekt nun nur um die Frage: Neubau oder Rückentwicklung der Gerbersruhschule zur Werkrealschule. 

 

Die Gemeinschaftsschule existiert. Ihr Weiterleben ist nur mit einem Neubau an einem anderen Standort möglich. An der Gerbersruhschule wird hervorragende Arbeit geleistet. Entgegen dem Trend in Baden-Württemberg steigen hier die Anmeldezahlen jährlich.

 

Die Haushaltssituation der Stadt Wiesloch hat sich seit 2011 nicht wirklich geändert. Der Zeitpunkt alles in Frage zu stellen ist im Jahre 2017 nach 4 Jahren Entwicklung, nach 4 Jahren erfolgreicher Arbeit einer Schule genau 4 Jahre zu spät.  

Alle grundlegenden Beschlüsse des Gemeinderates zur Gemeinschaftsschule in den Jahren 2013 – 2016 wurden mit großer Mehrheit gefasst. Aus der Bevölkerung, von Schulleitungen, Eltern- und Schülervertretern kamen in diesen Jahren keine negativen Rückmeldungen.

 

Die Bertha-Benz-Realschule braucht dringend eine Sanierung. Der neue Fachklassentrakt, der mit Neubau der Gemeinschaftsschule kommt, ist nur ein Anfang.
Die CDU Fraktion hat deshalb im Oktober 2017 einen Antrag zur Sanierung der Realschule gestellt, da ab 2018 mit erhöhten Zuschüssen zu rechnen ist. Die Verwaltung hat im Haushaltsplan 2018 eine erste Planungsrate eingestellt.Wenn auch für die Realschule in einen Worst-Case-Szenario nochmals 10 Mio € aufgenommen werden müssten, dann sollte dies erfolgen, solange das Zinsniveau noch niedrig ist. Nach den Haushalten der letzten Jahre konnten wir durchschnittlich ca. 3 Mio € jährlich investieren. Mit der Gemeinschaftsschule und Realschule wären zumindest die größten und teuersten Maßnahmen durchgeführt, so dass wir auf lange Sicht auch für weitere Investitionen noch Raum hätten.

 

Für die Mensa- und Sporthallennutzungen sind Kompromisslösungen und Abstimmungen nötig, aber hierfür stehen nun 2,5 Schuljahre zur Verfügung. Die aktuellen Schülerzahlen (2017) von 1721 Schülern an Realschule und Gymnasium sind um 402 weniger als im Jahr 2010. Das sind insgesamt 12 Klassen, die im aktuellen Schuljahr weniger am Schulzentrum unterrichtetet werden als im Jahr 2010. Wir können die Sorgen der Eltern der BB Realschule und des OHGs nachvollziehen. Aber wir sehen die Vorteile und Synergieeffekte, die sich mit allen Schulen an einem Campus ergeben, sehr positiv und zukunfsweisend für eine Standortsicherheit und einen funktionierenden Schulbetrieb auch bei schulpolitischen Veränderungen.

 

Was wäre wenn....

..... es keinen Neubau am Schulzentrum gibt?

Eine Gemeinschaftsschule am alten Standort wird nach dem negativen Gutachten der Schulbaukommission vom November schwierig bis unmöglich.
Selbst wenn, würden wir 9 Mio € investieren und vielleicht feststellen, dass sich in 10 Jahren die Schullandschaft, der Bedarf o.ä. verändert hat und der Standort nicht mehr gehalten werden kann? Dann sind 9 Mio € weg.

Zur aktuellen Situation 2017:

  • Gerbersruhschule ist nicht barrierefrei, kein Aufzug vorhanden. Damit keine Inklusive möglich.
  • Brandschutz schwierig bis nicht vorhanden.
  • Raumbedarf wesentlich höher als vorhandene Räume. Fürs nächste Schuljahr wird keine ausreichende Klassenzimmeranzahl mehr vorhanden sein, da dann alle Jahrgänge 2-zügig sind.
  • Essensituation aktuell:
  • es wird an 3 Standorten (Klassenzimmer, alte Halle Maler Weisbrodt, Laurentiusheim) innerhalb von 20 Minuten gegessen.
  • Laut Schulbaukommission ist keine Gemeinschaftsschule am alten Standort möglich.

 

... es keine Gemeinschaftsschule in Wiesloch mehr gibt?

 Bei einer Rückentwicklung der Gerbersruhschule zur Werkrealschule wird dort die Schüleranzahlwieder sinken und damit die Schülerzahlen voraussichtlich an Realschule und Gymnasium steigen.
2011 gab es knapp 10 Anmeldungen für Klasse 5, heute sind es 49. Bei der Rückentwicklung würden wir dann eventuell im Schulzentrum wieder 200 Kinder mehr haben, aber dann ohne neues Gebäude.

 

Wir haben seit 2013 sieben positive Gemeinderatsbeschlüsse zur Gemeinschaftsschule und dem Standort Schulzentrum. Für das Kollegium und die Schüler der Gerbersruhschule ist die aktuelle Situation sehr unschön. Hier wurde über Jahre etwas versprochen und an der Schule unter wirklich erschwerten Bedingungen eine hervorragende Arbeit geleistet. Ein Stop kommt in unseren  Augen 3 Jahre zu spät.

Und ja, man kann jetzt aufschreien und sagen: "Unfair, dass 300 Schüler eine neue Schulebekommen. Was ist mit den 1700 Schülern der Realschule und des Gymnasiums?“ Aber irgendwo müssen wir nun anfangen.

Damit sind es 13,3 Mio € Gerbersruhschule und 3,7 Mio € für die Bertha Benz Realschule. Und es werden sicherlich weitere Investitionen folgen. Auch fürs Gymnasium. Alles auf einmal geht leider nicht.Wir würden uns wünschen, dass so manche hitzige Diskussion wieder sachlich und konstruktiv geführt wird. Und dass die Schulen ein gutes und offenes Miteinander zum Wohle der Kinder ermöglichen, denn unterm Strich wollen wir doch alle nur das eine: eine gute Schullandschaft für Wiesloch. 

 

 

 

 

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