Erweiterung der Fußgängerzone, 30.1.19

In der Gemeinderatssitzung am 30.1.2019 stand die Straßensanierung der Schloßstraße zwischen Hesselgasse und Hauptstraße und die Sanierung der Friedrichstraße zwischen Badgasse und Hauptstraße auf der Tagesordnung. 

 
In diesem Zuge war der Verwaltungsvorschlag, dass die Fußgängerzone bis Schloßstraße/Kaiserlich Kammer und Friedrichstraße/Zufahrt Tiefgarage Adenauerplatz erweitert werden solle.
Dieser Baubeschluss wurde gegen die Stimmen der Fraktionen der CDU und WGF/AWL nun mehrheitlich verabschiedet und so soll schon im Juni mit den Arbeiten begonnen werden. 
 
Eine kleine Vorbemerkung zum Zeitplan: Wir können uns derzeit nicht vorstellen, dass in knapp 4 Monaten die Arbeiten am Kubus soweit fortgeschritten sein werden, dass es zu keinerlei Baustellen und damit Schwerlastverkehr kommen wird. Ein Baubeginn im Juni erscheint uns daher als sehr optimistischer Plan. Und so hoffen wir, dass sich die 600.000€ Sanierungskosten nicht direkt durch die Baustelle Kubus erhöhen. 
 
Die CDU-Fraktion steht zu einer Sanierung der Schloß-/Friedrichsstraße, allerdings nicht zu einer Erweiterung der Fußgängerzone zum aktuellen Zeitpunkt.
Manch einer sieht in der Erweiterung der Fußgängerzone eine positive Aufwertung der Innenstadt. Und so hörten wir in der Sitzung, dass die Erweiterung der Fußgängerzone die Wieslocher Innenstadt wieder beleben wird. 
Wir sehen an dieser Stelle aus heutiger Sicht keine damit verbundene Aufwertung und somit auch eine fehlende Akzeptanz bei den Bürgern. Insbesondere bei denen, die auf ein Auto angewiesen sind, schon heute auf Parkplatzsuche durch die Innenstadt kreiseln oder ohne Umwege zentrale Stellen, wie z.B. das Ärztehaus erreichen möchten.
Daher stimmte die CDU gegen den Verwaltungsvorschlag zur Erweiterung der Fußgängerzone. 
 
Für uns wäre eine Sanierung und Umwandlung in einen Verkehrsberuhigten Bereich ohne Einbahnstraßenregelung die beste derzeitige Lösung gewesen.
Die aktuell schon vorhandene Problematik in der Bergstraße und Gerbersruhstraße, besonders in Höhe des Kulturhaus durch parkende Autos und den aktuell vermehrten Verkehr, sehen wir sehr kritisch. Bei einer Einbahnstraßenregelung muss es auch ein Parkverbot in der Bergstraße (Höhe kath. Pfarrhaus) und in der Gerbersruhstraße zwischen Berg- und Schloßstraße geben.
 
Unser Vorschlag in der vergangenen Sitzung war den Baubeschluss zur Sanierung der Straße zu beschließen und damit den Umbau zu ermöglichen und dann einen Verkehrsberuhigten Bereich einzurichten. 
Die Verkehrsregelung, ob Fußgängerzone, Verkehrsberuhigter Bereich o.ä., wird nur anhand Schilder sichtbar und bedarf dann keiner weiteren größeren Baumaßnahmen. Hätten wir uns also auf einen Verkehrsberuhigten Bereich geeinigt und in 2 Jahren feststellen müssen, dass der an dieser Stelle dann angesiedelte, attraktive Einzelhandel, die stark frequentierten Cafés und Restaurants und die vielen bummelnden Kunden durch den Verkehr beeinträchtigt werden, hätten wir immer noch eine Erweiterung der Fußgängerzone beschließen und die Schilder austauschen können. 
Aber wie so oft wird in Wiesloch erstmal schnell vorgeprescht, es werden Dinge beschlossen, die noch nicht ausgereift sind. 
Wäre die Entwicklung eines Gesamt-Innenstadtkonzeptes nicht sinnvoller? Was passiert mit dem Wochenmarkt? Kommt er zurück oder nicht? 
Was passiert mit dem Bus? Hier stellen wir aktuell fest, dass der Bus problemlos NICHT durch die Fußgängerzone fährt und dass die Bürgerinnen und Bürger dies mehrheitlich positiv ansehen. 
Was passiert mit der Unteren Hauptstraße Richtung Stadtgalerie? 
Viele offene Fragen, keine echten Antworten, aber eine Fußgängerzone…..
 
Der Stadtmarketingverein e.V. hat in seiner Stellungnahme übrigens ebenfalls darauf hingewiesen, dass auch von den Einzelhändlern eine Erweiterung der Fußgängerzone derzeit kritisch gesehen wird. 
 
Wie wichtig eine gute Erreichbarkeit für ALLE Verkehrsteilnehmer ist, zeigt die Entscheidung beim Bau der Stadtgalerie, als eine ganze Straße verlegt wurde, um die Attraktivität zu erhöhen. 
Wir können nun dieser Entscheidung zur Erweiterung der Fußgängerzone nur wünschen, dass die erwartete Belebung eintritt. Denn eine weitere Schwächung des Einzelhandels in der Innenstadt wäre fatal. 
 
(Tina Wagner, Fraktionsvorsitzende)

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