Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit

Bewegender Vortag über Zwangsadoption in der DDR

Barbara Dortants (CDU Schatthausen), Michael Wanner (Stadtverband Wiesloch), Karl Klein (MdL), Frank Schumann, Andreas Laake (beide IG Gestohlene Kinder der DDR), Günther Laier (CDU Baiertal), Tina Wagner (Frauen Union Wiesloch), Christian Wanner (CDU Wie
Barbara Dortants (CDU Schatthausen), Michael Wanner (Stadtverband Wiesloch), Karl Klein (MdL), Frank Schumann, Andreas Laake (beide IG Gestohlene Kinder der DDR), Günther Laier (CDU Baiertal), Tina Wagner (Frauen Union Wiesloch), Christian Wanner (CDU Wie
 Auf Einladung des CDU Stadtverbandes sprach Andreas Laake von der "Interessengemeinschaft gestohlener Kinder der DDR" über ein dunkles Kapitel ostdeutscher Geschichte

Die CDU Wiesloch feierte den 28. Tag der Deutschen Einheit mit einer Feierstunde am 3. Oktober im Kulturhaus Wiesloch. 

Michael Wanner, Stadtverbandsvorsitzender der CDU Wiesloch, konnte neben Gastredner Andreas Laake und Pressesprecher Frank Schumann von der „Interessengemeinschaft Gestohlene Kinder der DDR“, auch den Bundestagsabgeordneten Dr. Stephan Harbarth, den Landtagsabgeordneten Karl Klein und sehr viele interessierte Zuhörer begrüßen. 

 

Wenn Eltern unbequem waren, nahm man ihnen das Liebste: ihre Kinder. Sie kamen zu linientreuen Adoptiveltern. Andere Kinder wurden für tot erklärt. Für die Betroffenen ist es bis heute, fast drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung, kaum möglich, mehr über den Verbleib ihrer Kinder zu erfahren. 

Andreas Laake von der „Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR“ erzählte seine bewegende Geschichte, die im April 1984 begann, als er mit seiner schwangeren Frau versuchte über die Ostsee zu fliehen. 

Die Flucht des Ehepaares scheiterte, Andreas Lake war mehrere Jahre in Haft, seine Frau bekam eine Bewährungsstrafe und gab - wahrscheinlich unter Druck - das gemeinsame Kind zur Adoption frei. 

29 Jahre versuchte der verzweifelte Vater, seinen Sohn zu finden. Über eine Fernsehsendung gelang dies schlußendlich und 2013 konnten sich Vater und Sohn endlich kennenlernen.

Noch immer suchen unzählige Eltern, Mütter und Väter, und ihre Familien nach ihren Kindern.

Die Interessengemeinschaft geht von etwa 7.000 Zwangsadoptionen in der DDR aus. Den Eltern wurden die Kinder entzogen oder nach der Geburt für tot erklärt.  

Im April 2018 übergab die Interessengemeinschaft eine Petition zum Thema Zwangsadoptionen an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Mit dieser Petition wurde eine politische Debatte über ein lange verdrängtes Thema angestoßen. Zentrale Forderungen sind eine deutlich längere Aufbewahrung der Dokumente, eine staatliche Informationspflicht der Adoptierten und eine Clearing-Stelle, die sich den Fällen annimmt.

Unser Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stephan Harbarth hat mit seinem Kollegen Arnold Vaatz im September ein Eckpunktepapier zur Aufklärung von Zwangsadoption erarbeitet. Ein wichtiger Anfang. 

 

Tina Wagner, Vorsitzende der Frauen Union bedankte sich im Anschluss bei Andreas Laake für den bewegenden Vortrag und bei den Cellistinnen Lilly Mengesdorf und Cynthia Jollivet für die wundervolle musikalische Begleitung.

 

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